Schwitzen für den guten Zweck

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Unsere Gesellschaft steht auf vielen tragenden Säulen - beispielsweise die Sportvereine und sozialen Initiativen wie die Tafeln. Alle werden geprägt von Menschen, die in ihrer Freizeit Verantwortung übernehmen – und das auch noch gerne. Wieviel Spaß das machen kann zeigt der Charitylauf der SG Schwandorf. Nach den Corona-Lockerungen hat die SG Schwandorf die Fußball- mit den Laufschuhen getauscht und für einen guten Zweck geschnürt.

Horst Binner von der binner + meixner Massivhaus GmbH in Steinberg war als Sponsor der Jugendspielgemeinschaft sofort mit an Bord, so dass pro gelaufenen Kilometer ein Euro an die Tafel in Schwandorf gespendet werden konnte. Damit unterstützt die SG Hand in Hand Menschen, die sozial benachteiligt sind und denen es oft an den grundlegenden Dingen zum Leben fehlt. So haben die SpielerInnen von der C- bis zur A-Jugend im Zeitraum vom 22. Mai bis 19. Juni insgesamt 1299 Kilometer und somit gleichzeitig 1299 Euro für die Tafel erlaufen. Die A-Jugend erzielte dabei den Spitzenplatz, als Belohnung dürfen sie deshalb zwei Stunden an der Wakeboardanlage am Steinberger See Wasserski fahren. Selbstverständlich verlief die Aktion absolut coronakonform – denn die Teilnehmer entschieden selbst, wann, wo und wieviel sie laufen. „Ich bedanke mich für die Möglichkeit, eine solche tolle soziale Aktion zu unterstützen. Es freut mich, wenn sich gerade junge Leute engagieren“, sagt Horst Binner. Er ist selbst seit 24 Jahren ehrenamtlich tätig und legt inzwischen den Fokus seines Sponsorings ausschließlich auf die Region.

Praktisch gedacht – wir gehen einkaufen für die Tafel

Da die Beschaffung der Lebensmittel aus der Geldspende für die Tafel einen zusätzlichen Aufwand bedeutet hätte, fand man gemeinsam eine sehr praktische Lösung. Die von der Tafel gewünschten Waren im Gegenwert der Spende wurden direkt von der SG angeliefert – so konnte ein zusätzlicher Zwischenschritt gespart werden, so dass das engagierte Team der Tafel Schwandorf wieder etwas mehr Zeit hat für das wichtigste – für die Menschen.

Eine Brücke zwischen Armut und Überfluss

Das Ziel der Schwandorfer Tafel ist es, Nahrungsmittel, die qualitativ einwandfrei sind, aber im Wirtschaftsprozess nicht mehr verkauft werden können, an Menschen in Not auszugeben. Hier haben laut Christoph Imbach vom Caritasverband für den Landkreis Schwandorf e. V. die Kunden die Möglichkeit für drei Euro einzukaufen, was pro Einkauf eine Ersparnis von rund 30 bis 40 Euro entspricht. Ein wichtiger Inhalt der Schwandorfer Tafel ist es neben dieser Grundversorgung die Menschenwürde der Kunden zu wahren, deshalb ist Helfen in  Augenhöhe und nicht von oben herab oberstes Gebot. Neben der materiellen Hilfe bedarf es häufig für die Kunden professioneller Beratungsgespräche in akuten Notlagen. Deshalb besteht auch eine enge Verknüpfung zum Beratungsangebot der Allgemeinen Sozialberatung.

Bei der Tafel in Schwandorf sind aktuell rund 30 HelferInnen aktiv, etwa 800 bis 900 Kunden sind auf sie angewiesen. 2020 setzten sie laut der Leiterin Karin Seidel rund neun Tonnen an Lebensmitteln um - ein reger Betrieb, der viele helfende Hände benötigt. „Wir bräuchten schon jüngere Helfer, die uns langfristig, in den nächsten Jahren, unterstützen.“, sagt Imbach. Selbstverständlich sind auch Geldspenden gut investiert, auch ein Patenschaftsystem sei geplant.

Organisator Stefan Huber bedankte sich abschließend auch bei allen teilnehmenden Jugendlichen: „Es ist auch unsere Aufgabe, das zu vermitteln, dass unser Wohlstand eben nicht selbstverständlich ist.“ Der Charitylauf zeigt so eine neue, attraktive Seite der SG Schwandorf – und sicherlich nicht die letzte.

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Foto: © Franz Rieger / SG Schwandorf